23.06.2011 – Sprint-Rieslingman 2011
Jennifer Eisenhuber wird AK-Dritte beim Sprint-Rieslingman 2011
Von li nach re: Oli Podebrad, Manuela Hackel, Jenni Eisenhuber, Mirko Heinrich (auf dem Bild fehlen: Verena Böhm und Silke Lechtenböhmer)
Rüdesheim (Oli/b&m) – Dass sich die zahlreichen Masters-SchwimmerInnen im Becken oder Freiwasser pudelwohl fühlen und immer wieder mit schnellen Zeiten bei nationalen wie internationalen Wettkämpfen zu überzeugen wissen, dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben. Dass sie aber auch schnell Rad fahren und laufen können, dürfte hingegen nur wenigen bekannt gewesen sein! Denn bislang haben einige unserer SchwimmerInnen mit dem Laufen und Radfahren lediglich an ihrer Grundlagenausdauer gearbeitet, um die zahlreichen Schwimm-Wettkämpfe erfolgreicher bestreiten zu können. Das sie ihre Leistungen in den trockenen Disziplinen nun auch in Lauf-, Rad- und Triathlon-Wettkämpfen unter Beweis stellen, zeigt die hohe Sportbegeisterung und -freude unserer „SeniorInnen“.
Und so war es denn auch eine große Überraschung, dass Jennifer Eisenhuber bei ihrem Triathlon-Debüt beim Rieslingman 2011 in Rüdesheim in der Sprint-Wertung mit der Gesamtzeit von 1:31:15,2 den hervorragenden 3. Platz in ihrer Altersklasse (AK) und damit dem 4. Platz in der Gesamtwertung aller 22 Sprinterinnen gewinnen konnte. Den Grundstein zu diesem Erfolg legte sie natürlich beim Schwimmen über 500 im Rüdesheimer Hafenbecken, wo sie dem kühlen, regnerischen Wetter erfolgreich trotzte und ohne Neo in 9:05,4 Minuten die drittbeste Zeit aller Sprinterinnen schwamm. Auf einem 25 Jahre alten Peugeot-Rennrad mit selbst geklebten Reifen fuhr sie dann die fünftbeste Zeit über die 19,5 km nach Aulhausen und zurück, bevor sie schließlich noch die 5 km am Rüdesheimer Uferpromenade zur Hälfte bei starkem Gegenwind in der sechstbesten Zeit von 26:17,8 Minuten lief. Die strahlende Bronzemedaillen-Gewinnerin durfte sich am frühen Nachmittag von den zahlreich anwesenden Triathlon-Fans bei der Siegerehrung im Festzelt feiern lassen, und auch wir gratulieren Jenni ganz herzlich zu diesem unerwarteten und damit umso erfreulicheren Erfolg.
Über die Sprint-Distanz gingen mit Silke Lechtenboehmer und Mirko Heinrich zwei weitere Triathlon-Novizen an den Start, die sich ebenfalls ganz hervorragend schlugen. So errang Silke mit der ebenfalls ohne Neo erreichten viertbesten Schwimmzeit aller Teilnehmerinnen den 4. Platz in ihrer AK und wird sicherlich auch in den nächsten Wettkämpfen wieder vorne mit dabei sein. Da sie bislang das Laufen und Radfahren noch alleine trainiert hat, wird sie zusammen mit den Masters noch einiges aus sich rausholen können. Diese Erfahrung hat Mirko schon gemacht, der erst vor wenigen Wochen mehr zufällig zur Landtrainingsgruppe dazugestoßen ist und das gemeinsame Training mehr und mehr genießt! Und so konnte Mirko mit seinem 24. Platz in seiner AK und dem 54. Platz im Gesamtklassement von 100 Sprintern insgesamt mehr als zufrieden sein, hatte er sein Minimalziel, nicht letzter zu werden, doch locker und bei Weitem übertroffen.
Im Schwimmen wird Mirko in naher Zukunft sicherlich noch große Sprünge machen, hat er doch erst letzten Winter so richtig mit dem Schwimmtraining begonnen und unter den Augen von Kalle an seiner Kraultechnik gefeilt. Denn beim Laufen und gerade beim Bergradeln ist er aber heute bereits ne große Nummer!
Die Olympische Distanz über 1000 m Schwimmen im leicht aufgewühlten Hafenbecken, 39,5 km Radfahren nach Preßberg und Aulhausen, sowie 10 km Laufen entlang der Uferpromenade nahmen sich drei weitere Masters-SchwimmerInnen des SCW an. Verena Böhm, die inzwischen schon einige Triathlons erfolgreich absolviert hat und somit als die Erfahrenste in Sachen Tria im Masters-Team gelten darf, konnte mit ihrer Gesamtzeit von 3:10:53,0 und dem neunten Platz in ihrer AK durchaus zufrieden sein, zumal sie in super 19:36,6 die siebtbeste Schwimmzeit aller Olympionikinnen erreichte! Und wenn sie weiter an der Disziplin Laufen arbeitet, wird schon bald eine Platzierung unter den ersten 5 drin sein.
Auch Manuela Hackel konnte sich über ihre Endzeit freuen, zumal ihr in 19:07,8 gar die sechstschnellste Schwimmzeit bei den Frauen gelang – natürlich auch ohne Neo geschwommen! In den beiden anderen Disziplinen verfügt sie noch über erhebliches Potential, um im Gesamtklassement weiter vorne zu landen. Nach diesem Wettkampf ist nun klar, worin Manu sich ohne Zweifel noch verbessern kann. Aber mit dem 13. Platz in ihrer AK darf Manu ob des sehr anspruchsvollen Radstreckenprofils mehr als zufrieden sein und nächstes Jahr wird die Tour nach Preßberg ganz sicher schon viel leichter unter die Räder kommen :)
Und als letzter im Bunde aber erster Starter des Masters-Teams vom SCW ging an diesem Tage Oliver Podebrad über die olympische Distanz an den Start. Wie es sich für unsere, teilweise Freiwasser erprobten Masters-SchwimmerInnen gehört, ging auch Oliver ohne Neo ins Wasser und freute sich zuvor über jeden Sonnenstrahl, der an diesem feuchtkalten Vormittag seine Haut wenigstens ein bisschen erwärmte. Bei seiner Triathlon-Premiere hatte ein glücklicher Oliver sein Ziel erreicht, mit 2:57:18,9 unter der 3-Stundenmarke zu bleiben, und vor allem nicht zu Sturz gekommen zu sein. Denn nach über zwanzig Jahren saß er 10 Tage zuvor das erste Mal wieder auf seinem fast ebenso alten Rennrad und absolvierte zusammen mit seinen TrainingspartnerInnen Jenni, Manu und Mirko bei zwei Touren insgesamt 120 km. Auch bei den Wechseln ließ er es doch recht gemütlich angehen, wurde doch später berichtet, dass er beim Wechsel aufs Rad locker 30 Wettkämpfer vorbeiziehen ließ! Und dass, obwohl er als zweiter seiner Startgruppe mit deutlichem Vorsprung in die Wechselzone gekommen ist. Denn als erfahrener Freiwasserschwimmer hatte es Oliver im Hafenbecken deutlich eiliger und erreichte die elftschnellste Zeit unter 213 Triathleten und das vermutlich als einziger ohne Neo! Seine Laufzeit von 50:45,4 war dann ebenfalls recht ordentlich, sodass Oliver jetzt weiß, was er demnächst zu trainieren hat! Es stehen ihm also tausende Radkilometer und mindestens genauso viele Wechsel-Einheiten bevor ;-)
Bleibt zum Schluss nur noch, den rad- und laufbegeisterten Masters-SchwimmerInnen des SCW für die nächsten Lauf-, Rad- und Triathlon-Wettbewerbe ebenso viel Spaß und Erfolg zu wünschen, wie sie ihn bisher bei ihren Schwimm-Wettkämpfen hatten und auch zukünftig haben werden. Denn eines ist trotz aller Ausflüge in „fremden Gefilden“ klar: ein Schwimmer bleibt ein Schwimmer bleibt ein Schwimmer, auch wenn er mal an Land geht und sich die Laufschuhe anzieht oder ein Rad unter den Hintern klemmt.Und wer das Team mal live erlebt hat, weiß was es heißt, dass Sport sehr wohl Spaß machen kann, wenn sich die richtigen Leute gefunden haben.