02.07.2018 – Schwimmen: Deutsche Freiwasser-Meisterschaften

Mölln ist immer eine Reise wert

Wiesbaden (SK) – Wer dem Till Eulenspiegel-Denkmal in der Stadtmitte die Hand und den Fuß streichelt, der kommt sicher wieder zurück nach Mölln. Aber statt eine Bronzestatue zu befummeln, fühlen sich die Bronzemedaillen bei der Deutschen Freiwassermeisterschaft auch gut an. Aber der Reihe nach. Nach einer Schlechtwetterphase begrüßte Norddeutschland die angereisten Athleten von seiner allerbesten Seite. 26 Grad, blauer Himmel und nur für das Foto ein zwei Wattewölkchen am Himmel. Ebenso idyllisch ist der Schulsee, der mitten in der Backsteinidylle der Innenstadt liegt.

Am Donnerstag, dem ersten Tag der Deutschen Freiwassermeisterschaften ging es aber schon gut zur Sache, morgens standen die Entscheidungen über 10 km an, denen sich Alexander Studzinski und Samira Erhart stellten. Für Studzi war es ein Einschwimmen für den Europacup in Barcelona, zu dem er direkt aus der Dusche entschwand und für Samira ging es um die Qualifikation an den Jugendeuropameisterschaften im Freiwasser. Studzi kontrollierte das Teilnehmerfeld und hielt sich immer im vorderen Teil des Feldes, als jedoch auf der letzten Runde der spätere Sieger Moritz Bartels davonschwamm, ließ er ihn ziehen und sicherte sich einen guten zweiten Platz in der offenen Wertung mit 1:56:43,23 h. Das Damen Feld über 10 km war mit 7 Schwimmerinnen sehr dünn besetzt und es drohte anstrengend zu werden, wenn dieses kleine Feld auseinanderbricht. So kam es dann auch, denn drei Schwimmerinnen haben vom Start weg das Feld gesprengt und in seine Einzelteile zerlegt. Samira konnte in den ersten beiden Runden dem Tempo nicht folgen und schwamm dann noch zwei Runden mit Marie Graf aus Mittelfranken, machte sich dann aber ab Runde 5 auf die alleinige Verfolgung. Nach 5 einsamen Kilometern konnte sie sich mit 2:10:57,47 so wenigstens noch den dritten Platz der Junioren Wertung sichern.
Anschließend ging das Junioren Feld mit Jon Kantzenbach über die 7,5 km Strecke. Auch hier ging es um die Qualifikation für die JEM im Freiwasser auf Malta Mitte Juli. Wenn es um etwas geht wird nicht lang gefackelt und so ging es sofort zur Sache und drei Schwimmer begannen direkt nach dem Start das Tempo richtig hoch zu halten, damit das Feld aus 12 Schwimmern schnell kleiner wird. Es dauerte dann immerhin bis zur Rennmitte, bis sich die Dreiergruppe absetzen konnte und Jon danach das Hauptfeld nachführte. Der See forderte dann aber seinen Tribut als in der vorletzten Runde noch ein Schwimmer aus dem Feld ausbrechen und sich zwischen den Gruppen auf den 4. Platz schieben konnte. Jon führte das Feld ins Ziel und schlug als vierter nach 1:34:55,43 h an.
Tag 2 war der Tag der kurzen Strecke. 2,5 km standen auf dem Programm und auf der Strecke waren dann auch die Felder deutlich größer. Vormittags ging Jon Kantzenbach über die Distanz und war in der mittleren der drei Gruppen eingeteilt. Vom Start weg schwamm er ein einsames Rennen gegen die Uhr. Nach 4 Runden hatte er die langsamsten Schwimmer überrundet und schlug in 31:31,21 an. Damit stand eine Zeit, an der sich die letzte schnelle Gruppe messen musste. Lediglich drei Schwimmer aus unterschiedlichen Jahrgängen waren schneller, so dass die Zeit noch für Bronze in der Jahrgangswertung gut war. Anschließend gingen die Mädchen ins Wasser und da konnten sich Hannah Heierhoff und Charlotte Maskort die Plätze 14 und 21 im Jahrgang 2003 sichern.
Am Samstag rundeten die 5 km das Wettkampfprogramm des SCW ab, dem sich noch Hannah Heierhoff, Charlotte Maskort und Samira Erhart stellten. 83 Schwimmerinnen gingen über die Mitteldistanz im Freiwasser an den Start. Es wurde voll im Schulsee. Das musste dann auch Samira am eigenen Leib erfahren, als sie an einer Wendeboje heruntergedrückt wurde und es ihr erst nach einige Mühen wieder gelang, darunter hervor zu tauchen. So schlugen die Wiesbadener Damen dann auch nacheinander nach einer guten Stunde an. Samira Svea Erhart erreichte das Ziel nach 01:05:17,34. Und belegte damit in der offenen Wertung Platz 23 und in der Jahrgangswertung Platz 3. Hannah Heierhoff löste nach 01:09:17,95 den Kontakt an der Zielbrücke aus und belegte Platz 43 in der offenen Wertung und 13 in der Jahrgangswertung. Charlotte Maskort folgte knapp dahinter in 01:10:13,24 und belegte Platz 49 der offen Wertung und den 17. Rang in der Jahrgangswertung.