Von Gründung bis Ende des 2. Weltkrieges

Im Jahre 1911 entstand aus dem damaligen Gymnasialschwimmverein die Keimzelle zum Schwimm-Club Wiesbaden 1911. Einige Schüler dieses Vereins hatten sich zusammengetan, um das Schwimmen intensiver betreiben zu können. Damals stand die Sportbewegung in ihren Anfängen und in unablässigem Kampf gegen Widerstände aller Art. Das Ziel, das sich die Mitglieder der Gründungszeit gesteckt hatten, ist erreicht worden. Ihre Nachfolger haben in zäher, selbstloser Arbeit das Begonnene erfolgreich weitergeführt. Der Sport ist zu einem mächtigsten Faktor unseres täglichen Lebens geworden und der Schwimm-Club Wiesbaden 1911 hat sich einen würdigen Platz in der deutschen Sportbewegung erobert. Während der vielen Jahre seines Bestehens konnte der Club immer seinen Ruf als führender Schwimmverein der Landeshauptstadt Wiesbaden für sich in Anspruch nehmen...

Durch den ersten Weltkrieg und seine Folgen erlitt der Verein naturgemäß einen Rückschlag. Bereits im April 1920, also kurz nach diesem verheerenden Krieg, wurde die Neugründung beantragt und die Eintragung „Schwimm-Club Wiesbaden 1911" ist aktenmäßig unter dem 6.8.1920 festgelegt.

Sehr altes Foto aus den 20er Jahren, dass ein Schwimmbad am Ufer des Rheins zeigt Anstelle des Yachthafens lag früher das Schwimmbad des Schwimm-Club Wiesbadens am Schiersteiner Hafen.

Aus der Vereinsgeschichte ragen drei markante Persönlichkeiten heraus, denen der Schwimm-Club sein Aufblühen zu einem der größten Vereine unserer Heimatstadt und darüber hinaus zu einem angesehen Schwimmverein Süddeutschlands verdankt:
Ehrenvorsitzender Armin Sartonus, Ehrenmitglied Willi Bremser und Ehrenmitglied Waldemar von Heising.

In mühsamen Verhandlungen erreichten sie bei der damaligen Stadtverwaltung die Wiedereröffnung des damaligen „Augusta-Viktoria-Bades". Ihre Pläne gingen jedoch dahin, dem Club ein eigenes Frei- ja wenn irgend möglich durch Pachtung des Augusta-Viktoria-Bades auf 25 Jahre ein eigenes Hallenbad zu erstellen. Behördliche Schwierigkeiten ließen jedoch diese Pläne nicht zu. Gemeinsam wurden Schritte unternommen zur Pachtung des Geländes im Schiersteiner Hafen. Im Jahre 1925 konnte unser Clubbad in Schierstein eröffnet werden. Unermüdlich war Armin Sartorius beim Schwimmunterricht tätig.

So waren u.a. 1929 nicht weniger als 1350 Einzel- und 42 Staffelmeldungen bei Schwimm-Wettkämpfen. Dies war jedoch nur möglich, nachdem auf Drängen des Clubs – im Besonderen von Armin Sartorius und Willi Bremser – die Stadt Wiesbaden bereits 1924 Schwimmen als Pflichtfach in den Schulen eingeführt hatte.

Nach mühsamen persönlichen Verhandlungen im damaligen Ministerium erreichte Sartorius, daß Mittel zur Verfügung gestellt wurden, die zur Erweiterung unseres Geländes führten und so betrieb er 1931 weit vorausschauend die Erstellung der Bootshalle.

Er förderte stets verständnisvoll in unseren Reihen andere Sportarten, wie z.B. Leichtathletik, Waldlauf, Rodel und Skilauf, Wandern und Kanusport. Worte können nur mangelhaft schildern, was er uns bedeutete, was er für uns tat – man muß Armin Sartorius erlebt haben.

Waldemar von Heising brachte persönlich die notwendigen Voraussetzungen mit: Idealismus, Organisationstalent und pädagogisches Können und fachliches Wissen. Wie gekonnt waren die von ihm inspirierten sportlichen und humoristischen Schwimmfeste. Er war nicht nur Trainer, nein er vereinigte alles in sich, Trainer, Organisator, Presse und Akteur in derartig überzeugender Weise, dass die Erfolge nicht ausbleiben konnten. So stellte Waldemar von Heising über ein Jahrzehnt seine Kraft dem Schwimmsport und der deutschen Jugend zur Verfügung.

Mit Ausbruch des zweiten Weltkriegs 1939 kam der sportliche Betrieb langsam zum Stillstand. In den Kriegsjahren 1939 – 1945 leitete unser Ehrenmitglied Hugo Thüring mit Frau Else Thüring die Geschäfte des Vereins und können somit das große Verdienst für sich in Anspruch nehmen, den Fortbestand des Clubs in dieser schweren Zeit gesichert zu haben. Wertvolle Unterstützung leisteten ihnen unser gefallenes Mitglied Hans Heusei sowie unser Mitglied Kunschmann und darüber hinaus die Mitglieder Frau Mizzi Butzbach, Frau Reppert und Frau Heusel.

Es muss auch erwähnt werden, dass der Schwimm-Club Wiesbaden den Gedanken der Lebensrettung förderte, in dem er Anfang der zwanziger Jahre einen Rettungsdienst auf der Schiersteiner Hafenspitze errichtete und somit den Grundstein der Rettungsstation der DLRG legte.

Wiederaufbau bis Wiedervereinigung