Marco begleitet der leistungsorientierte Wassersport seit mehr als vier Jahrzehnten.

Vom Deutschen Meisterschaftsachter über Weltmeisterschaften unter Segeln bis zur neuen J/80 „Farfalla“: Dr. Marco Weiß begleitet der leistungsorientierte Wassersport seit mehr als vier Jahrzehnten. Heute steht er als Leiter der Yachtabteilung des SC Wiesbaden nicht nur selbst weiterhin am Ruder, sondern arbeitet daran, der nächsten Generation neue Möglichkeiten auf dem Wasser zu eröffnen.
Es ist mehr als 40 Jahre her und trotzdem erzählt das Ergebnis viel darüber, was Marco bis heute antreibt.
1983 sitzt ein junger Marco Weiß im Achter des Rüsselsheimer Ruder-Klubs 08. Auf dem Fühlinger See in Köln geht es bei den Deutschen Meisterschaften gegen die besten deutschen Boote.
Am Ende steht:
🥉 Bronze bei den Deutschen Meisterschaften im Männer-Achter.
Der Rüsselsheimer Achter mit Marco fährt 5:52,22 Minuten und steht auf dem Podium einer offenen Deutschen Meisterschaft.
Nur kurze Zeit später folgt bei den damaligen Eichkranzrennen noch die Deutsche U23-Vizemeisterschaft im Achter. In dieser Zeit gewinnt Marco außerdem zahlreiche Regatten im Achter und im Vierer ohne Steuermann.
Der Leistungssport gehört damals zu seinem Leben.
Und irgendwie hat er ihn nie ganz losgelassen.
Aus dem Ruder wurde irgendwann ein Segel
Die Sportart änderte sich. Das Wasser blieb.
2008 trat Marco in den Schwimm-Club Wiesbaden ein.
Heute ist er Leiter unserer Yachtabteilung. Der Hessische Seglerverband führt ihn entsprechend als Ansprechpartner des SCW.
Wer daraus allerdings schließt, Marco beschäftige sich inzwischen hauptsächlich mit Sitzungen, Organisation und Stegangelegenheiten, kennt ihn schlecht.
Denn wenn sich die Gelegenheit bietet, will er weiterhin selbst aufs Wasser.
Und gerne schnell.
Weltmeisterschaft statt gemütlicher Ausfahrt
2019 führte ihn das bis zu einer Weltmeisterschaft in der Shark24-Klasse.
Gemeinsam mit Bruno Glädbach und Peter Wenzel segelte Marco auf der „Wolke 7“. Die offizielle Ergebnisliste der Shark24-Weltmeisterschaft führt Marco ausdrücklich für den SC Wiesbaden. Das Team belegte Platz 31.
Im selben Jahr gehörte er außerdem zur Crew, die bei der Hessenmeisterschaft der Shark24 auf Platz drei segelte.
Später wurde die J/80 zu einem weiteren sportlichen Zuhause.
Die J/80 ist ein One-Design-Sportboot. Die Boote treten nach weitgehend einheitlichen Klassenvorgaben gegeneinander an. Für ambitionierte Segler bedeutet das: Nicht ein möglichst überlegenes Boot soll entscheiden, sondern möglichst gutes Segeln.
2023 nahm Marco mit seiner GER 1183 „Jintonix“ an den German Open der J/80 teil. Die Klassenvereinigung erwähnte dabei eigens das vom Rhein angereiste Team.
Und dass Marco auch auf seinem heimischen Revier weiß, wie man ein Boot schnell bewegt, bewies er 2024.
Bei der Herbstregatta des Segelclubs Rheingau gewann er mit seiner „Jintonic“ die Regatta und damit den Rheinpokal.
Mehr als vier Jahrzehnte nach der Medaille bei den Deutschen Rudermeisterschaften ist der Wettkämpfer also immer noch da.
Nur das Sportgerät hat sich verändert.
Vom eigenen Regattaboot zum Vereinsboot
Vielleicht erklärt genau diese eigene Erfahrung auch, warum Marco ein Projekt besonders wichtig war:
Eine J/80 für den SCW.
Nicht als Boot eines einzelnen Seglers.
Sondern als Vereinsboot.
Ende 2025 konnte die Yachtabteilung die neue „Farfalla“ vorstellen. Das rund acht Meter lange Sportboot kam vom Tegernsee nach Wiesbaden und wurde für seine neue Aufgabe auf dem Rhein vorbereitet. Im Frühjahr 2026 ging es dann ins Wasser.
Marco hat sich für die Beschaffung dieses Bootes besonders eingesetzt.
Und „Farfalla“ soll weit mehr sein als eine schöne Ergänzung am SCW-Steg.
Ein Boot, das neue Wege eröffnet
Die J/80 verbindet Eigenschaften, die für einen Verein besonders interessant sind: ein großes Cockpit, vergleichsweise hohe Stabilität und gleichzeitig die Möglichkeit, mit Gennaker richtig sportlich zu segeln. Der SCW sieht sie deshalb ausdrücklich für Training, Jugendsegeln, Regatten und gemeinsame Ausfahrten vor.
Vor allem für unsere Segeljugend eröffnet das neue Perspektiven.
Wer im Optimisten oder in anderen Jugendbooten das Segeln gelernt hat, braucht irgendwann eine Antwort auf die Frage:
Wie geht es weiter?
Mit „Farfalla“ kann eine solche Antwort künftig direkt am eigenen SCW-Steg liegen.
Jugendliche können das Segeln auf einem größeren Kielboot kennenlernen. Sie können erleben, dass erfolgreiches Segeln nicht nur aus dem eigenen Steuern besteht, sondern aus Crewarbeit, Kommunikation, Taktik und gemeinsamem Bootsmanagement.
Und sie können perspektivisch den Schritt zum Regattasegeln auf einem international verbreiteten One-Design-Sportboot machen.
Genau darin liegt der langfristige Wert der Anschaffung.
Der SCW hat damit nicht einfach ein weiteres Boot gekauft.
Er hat eine neue sportliche Möglichkeit geschaffen.
Erfahrung weitergeben
Dass Marco heute Abteilungsleiter ist, bekommt vor diesem Hintergrund eine andere Bedeutung.
Da steht jemand an der Spitze der Yachtabteilung, der selbst erlebt hat, was Wettkampfsport bedeutet.
Der im Achter gelernt hat, dass ein Boot nur schnell ist, wenn eine Mannschaft zusammenarbeitet.
Der bei einer Segel-Weltmeisterschaft angetreten ist.
Der German Open gesegelt und auf dem Rhein Regatten gewonnen hat.
Und der trotzdem bis heute einfach gerne selbst aufs Boot steigt.
Diese Erfahrung lässt sich nicht in einer Funktionsbeschreibung festhalten.
Aber sie kann weitergegeben werden.
Gerade an eine Segeljugend, die sich beim SCW aktuell sichtbar entwickelt. Die Jugend trifft sich während der Saison regelmäßig zum Segeln, fährt Regatten und Freizeiten und wird inzwischen von der jungen Jugendleiterin Mara Steeg selbst mitgestaltet. Der SCW stellt dafür mehrere Vereinsboote zur Verfügung. Mit „Farfalla“ kommt nun eine neue sportliche Dimension hinzu.
Mehr als 40 Jahre auf dem Wasser
- 1983 Deutsches Meisterschaftsrudern.
- 2008 Eintritt in den SC Wiesbaden.
- 2019 Shark24-Weltmeisterschaft.
- 2023 J/80 German Open.
- 2024 Gewinn des Rheinpokals.
Heute Leiter der Yachtabteilung und weiterhin aktiver Regattasegler.
Und 2026 liegt mit der „Farfalla“ eine J/80 am SCW-Steg, für deren Beschaffung Marco sich besonders eingesetzt hat und die künftig anderen die Möglichkeit geben soll, selbst sportliches Segeln zu erleben.
Vielleicht schließt sich damit ein kleiner Kreis.
Denn Leistungssport besteht nicht nur daraus, selbst möglichst schnell zu sein.
Irgendwann geht es auch darum, die Erfahrung, Begeisterung und Möglichkeiten weiterzugeben, die man selbst einmal bekommen hat.
Marco macht heute beides.
Er segelt weiterhin, wann immer es geht. Und er sorgt gleichzeitig dafür, dass beim SCW auch die nächste Generation die Chance bekommt, richtig segeln zu lernen, gemeinsam schneller zu werden und vielleicht irgendwann selbst an einer Regattastartlinie zu stehen.
Mit der „Farfalla“ hat diese nächste Generation jetzt ein ziemlich schnelles Boot dafür.
Danke Marco, für deinen sportlichen und ehrenamtlichen Einsatz für unsere Yachtabteilung und den SCW. ❤️
















