Das Finale des European Aquatics Open Water Swimming Cup 2026 endete für Diego Alfons Heinze und das gesamte internationale Teilnehmerfeld völlig anders als geplant.
Das 10-Kilometer-Rennen in Barcelona musste am Samstag nach der ersten Runde wegen extremer Wetterbedingungen abgebrochen werden. Die Schwimmer wurden mit Rettungsbooten aus dem Wasser geholt. Für den SCW-Athleten endet damit eine außergewöhnliche Europacup-Saison mit zwei Rennen, zwei Top-Ten-Platzierungen in der offenen Klasse und zwei Siegen bei den Junioren.
Eigentlich sollte Barcelona am Samstag, dem 3. Oktober, zum sportlichen Höhepunkt und Abschluss des diesjährigen European Aquatics Open Water Swimming Cup werden.
Auch Diego Alfons Heinze stand für Deutschland am Start. Nach seinen starken Auftritten in Tenero und Ražanac war der 2007 geborene Wiesbadener längst nicht mehr nur in der Juniorenwertung interessant. Mit Platz fünf und Platz sieben in den beiden vorherigen 10-Kilometer-Rennen hatte sich Diego auch mitten in der europäischen Spitze der offenen Klasse etabliert.
Doch diesmal spielte der Sport schon bald nur noch eine Nebenrolle.
Aus leichtem Regen wird ein Unwetter
Das Rennen der Männer wurde um 12 Uhr planmäßig gestartet. Vorgesehen waren vier Runden über jeweils 2,5 Kilometer.
Schon vor dem Start hatte sich das Wetter über Barcelona deutlich verschlechtert. Nach Berichten aus Barcelona setzte zunächst leichter Regen ein, der während des Rennens immer stärker wurde. Schließlich entwickelte sich daraus ein heftiges Unwetter. Mundo Deportivo
European Aquatics berichtet von starkem Regen und heftigen Winden. Die Wetterbedingungen waren so extrem, dass es am Veranstaltungsort sogar zu einem Stromausfall kam. Europäische Aquatik
Die Sicherheit der Athletinnen und Athleten ließ eine Fortsetzung des Rennens nicht mehr zu.
Nach 2,5 Kilometern ist Schluss
Nach der ersten der vier vorgesehenen Runden wurde das Rennen gestoppt.
Die Entscheidung trafen die verantwortlichen Schiedsrichter und Sicherheitskräfte. Die Schwimmer wurden anschließend mit den Rettungsbooten der Marina aus dem Wasser geholt und zurück an Land gebracht.
European Aquatics bezeichnete die Evakuierung als schnell und effektiv. Weil sich die Wetterbedingungen anschließend nicht ausreichend verbesserten, war auch ein Neustart nicht mehr möglich. Europäische Aquatik
Aus den geplanten zehn Kilometern wurden damit lediglich rund 2,5 Kilometer.
Eine Platzierung gibt es für Diego deshalb ebenso wenig wie für die übrigen Teilnehmer. Der Wettbewerb wurde als Ganzes abgebrochen.
Ein außergewöhnliches Erlebnis im Freiwasser
Für einen Freiwasserschwimmer gehören Wind, Wellen, Strömungen und wechselnde Bedingungen zum Sport.
Was die Athleten in Barcelona erlebten, ging jedoch weit darüber hinaus.
Selbst die international erfahrene deutsche Freiwasserschwimmerin Lea Boy erklärte gegenüber dem DSV, eine solche Situation in ihrer Karriere noch nicht erlebt zu haben. Bereits beim Eintreffen an der Strecke habe es heftig geregnet, beim Start seien in der Ferne Blitze zu sehen gewesen. Swim+More
Dass unter diesen Umständen die Sicherheit Vorrang vor dem sportlichen Wettbewerb hatte, stand außer Frage.
Auch European Aquatics berichtet, dass die Athleten die Entscheidung nachvollziehen konnten und darin übereinstimmten, dass das Rennen nicht fortgesetzt werden konnte. Europäische Aquatik
Zwei Rennen, zwei Juniorensiege
Der Abbruch ändert nichts daran, was Diego bei seinen ersten beiden Europacup-Stationen erreicht hat.
Beim Auftakt in Tenero in der Schweiz schwamm er über zehn Kilometer auf Platz fünf der offenen Männerwertung und gewann die Juniorenwertung.
Nur wenige Wochen später bestätigte er diese Leistung im kroatischen Ražanac. Dort erreichte Diego Platz sieben der offenen Wertung und war erneut der schnellste Junior.
Damit lautet seine Bilanz aus den beiden vollständig ausgetragenen Europacup-Rennen:
Tenero: Platz 5 gesamt, Platz 1 Junioren
Ražanac: Platz 7 gesamt, Platz 1 Junioren
Barcelona: Rennen nach 2,5 Kilometern wegen Unwetters abgebrochen
Zwei beendete Europacup-Rennen und zweimal bester Junior Europas: Für Diego ist das unabhängig vom Ausgang der Gesamtwertung eine bemerkenswerte internationale Saison. scw-1911.de
Auch in der offenen Europacup-Wertung vorne dabei
Wie stark Diegos Leistungen einzuschätzen sind, zeigte bereits die Ausgangslage vor Barcelona.
European Aquatics führte den Italiener Dario Verani nach seinen beiden Siegen in Tenero und Ražanac mit 1.600 Punkten an der Spitze. Dahinter folgten Bartosz Kapala aus Polen und Jaan Pasko aus Estland. Diego gehörte nach seinen beiden Top-Ten-Ergebnissen ebenfalls zur Spitzengruppe der Serie und wurde von European Aquatics in der offiziellen Vorschau auf das Finale ausdrücklich hervorgehoben. Europäische Aquatik
Barcelona hätte nun den sportlichen Schlusspunkt setzen sollen.
Dazu kam es nicht mehr.
Entscheidung über die Gesamtwertung steht noch aus
Eine wichtige Frage bleibt deshalb offen.
European Aquatics hat unmittelbar nach dem Rennabbruch mitgeteilt, dass über die Gesamtwertung des European Aquatics Open Water Swimming Cup 2026 erst nach internen Beratungen entschieden wird. Eine endgültige Wertung wurde zunächst nicht veröffentlicht. Europäische Aquatik
Für Diego ist diese Entscheidung besonders interessant. Schließlich hat er bei beiden tatsächlich ausgetragenen Europacup-Rennen die Juniorenwertung gewonnen und sich gleichzeitig in der offenen europäischen Konkurrenz zweimal unter den besten Sieben platziert.
Wir warten deshalb gespannt darauf, wie European Aquatics die Serie nach dem außergewöhnlichen Finale von Barcelona abschließend wertet.
Eines steht aber bereits fest:
Zwei Starts. Zwei Top-Ten-Platzierungen in der offenen Klasse. Zwei Juniorensiege.
Barcelona konnte diese Serie nicht sportlich beenden.
Das Wetter hatte diesmal das letzte Wort.












