SCW-Elitekader im Höhentrainingslager in Erzurum

Die Gruppe ist komplett: Seit gestern sind auch die restlichen Athletinnen und Athleten des Wiesbadener Elitekaders in Erzurum angekommen. Damit beginnt für das SCW-Team die gemeinsame Hauptphase des Höhentrainingslagers auf rund 1.900 Metern über dem Meeresspiegel. Bis zum 18. Oktober stehen intensive Trainingswochen mit vielen Kilometern im Wasser auf dem Programm.
Die Vorhut hatte schon einige Tage Vorsprung.
Bereits am 25. September waren Adrian Eichler und Urs Bludau nach Erzurum gereist. Die beiden nutzten die zusätzlichen Tage, um sich frühzeitig an die Höhe und die besonderen Trainingsbedingungen zu gewöhnen und die ersten Einheiten zu absolvieren.
Seit gestern, dem 1. Oktober, ist nun auch der Rest der Wiesbadener Trainingsgruppe vor Ort.
Damit heißt es jetzt: Das SCW-Höhentrainingslager 2026 ist komplett.
Trainieren auf rund 1.900 Metern
Mit Erzurum hat sich der SCW ganz bewusst für einen Standort entschieden, der sich international als Trainingsort für Schwimmer etabliert hat.
Die osttürkische Stadt liegt auf rund 1.900 Metern Höhe. Das dortige olympische Hallenbad bietet zehn 50-Meter-Bahnen sowie ergänzende Trainingsmöglichkeiten. Nationalmannschaften und leistungsorientierte Trainingsgruppen aus zahlreichen Ländern nutzen Erzurum deshalb regelmäßig für Höhentrainingslager.
Auch 2026 ist die Anlage international gefragt. Im Februar bereitete sich dort beispielsweise die türkische Schwimmnationalmannschaft in einem 21-tägigen Höhentrainingslager auf ihre internationalen Saisonhöhepunkte vor.
Der entscheidende Unterschied zum Training in Wiesbaden ist die Höhe.
Durch den niedrigeren Sauerstoffpartialdruck muss sich der Körper zunächst an die veränderten Bedingungen anpassen. Deshalb ist gerade in den ersten Tagen eine kontrollierte Belastungssteuerung wichtig.
Für Adrian und Urs war genau das der Vorteil ihrer früheren Anreise: Wenn nun die intensive gemeinsame Trainingsphase beginnt, haben die beiden bereits mehrere Tage Akklimatisation hinter sich.
Jetzt werden Kilometer gesammelt
Bis zum 18. Oktober liegt der Schwerpunkt auf einem umfangreichen Trainingsblock.
An besonders intensiven Tagen können dabei bis zu 14 Kilometer im Wasser zusammenkommen. Dazu kommen Athletik, Krafttraining, Regeneration und die notwendige Erholung zwischen den Einheiten.
Solche Umfänge sind in Erzurum keine Besonderheit. Auch internationale Teams berichten von zwei Wassereinheiten täglich und teilweise 12 bis 15 Trainingskilometern pro Tag.
Für die Wiesbadener Gruppe geht es aber nicht darum, möglichst viele Kilometer um jeden Preis zu sammeln. Entscheidend ist, die besonderen Bedingungen der Höhe gezielt für den Aufbau der nächsten Trainingsphase zu nutzen.
Nach der Anreise und Eingewöhnung beginnt deshalb nun Schritt für Schritt die eigentliche Trainingsarbeit.
Raus aus dem Alltag, rein ins Training
Ein Trainingslager bietet dabei noch einen weiteren Vorteil.
Für einige Wochen tritt der normale Alltag in den Hintergrund. Schule, Studium, Arbeit, Fahrten zwischen Trainingsstätten und viele andere Verpflichtungen bestimmen für diese Zeit nicht den Tagesablauf.
Stattdessen entsteht ein vergleichsweise einfacher Rhythmus:
Trainieren. Essen. Regenerieren. Schlafen. Und wieder trainieren.
Gerade bei hohen Trainingsumfängen ist diese Konzentration auf Training und Erholung ein wichtiger Bestandteil eines Trainingslagers.
Gleichzeitig verbringt die Gruppe fast drei Wochen gemeinsam. Auch das gehört dazu: Zusammen trainieren, gemeinsam an Belastungsgrenzen gehen, sich gegenseitig motivieren und außerhalb des Beckens Zeit miteinander verbringen.
Wiesbaden trifft sich in Erzurum
Interessant ist in diesem Jahr, dass der SCW nicht die einzige Verbindung zwischen Wiesbaden und Erzurum darstellt.
Auch Jannes Schmidt trainiert derzeit in der osttürkischen Stadt. Er ist bereits seit dem 25. September im Rahmen einer Maßnahme des Deutschen Schwimm-Verbandes vor Ort.
Damit laufen zeitweise zwei unterschiedliche Maßnahmen parallel: Jannes trainiert innerhalb der DSV-Struktur, während der Wiesbadener Elitekader sein eigenes Höhentrainingslager absolviert.
Für den SCW ist das ein schönes Bild für die Entwicklung des Leistungssports am Standort Wiesbaden.
Die Grundlage für die kommenden Aufgaben
Das Trainingslager ist kein Selbstzweck.
Die Wochen in Erzurum sollen die körperliche Grundlage für die kommenden Monate schaffen. Nach der Rückkehr bleibt nur wenig Zeit, bevor die ersten wichtigen Wettkämpfe anstehen.
Bereits Ende Oktober warten in Wiesbaden die Hessischen Kurzbahnmeisterschaften.
Für die Athletinnen und Athleten geht es deshalb in Erzurum zunächst nicht um Bestzeiten. Die sollen später kommen.
Jetzt geht es um Grundlagen, Trainingsqualität, Belastbarkeit und darum, einen großen Trainingsblock unter besonderen Bedingungen zu absolvieren.
Adrian und Urs haben damit bereits vor einigen Tagen begonnen.
Seit gestern ist die Mannschaft komplett. Jetzt geht es richtig los.
Wir wünschen unserem gesamten Team intensive und erfolgreiche Trainingswochen, eine gute Regeneration zwischen den Einheiten und natürlich auch viel Spaß gemeinsam in Erzurum! ❤️🏊♀️🏊♂️🏔️












