Für Jannes Schmidt hat die Vorbereitung auf die neue Saison auf besonderem Niveau begonnen

Seit dem 25. September trainiert der 17-Jährige gemeinsam mit dem Deutschen Schwimm-Verband im türkischen Erzurum. Das Höhentrainingslager ist für den erfolgreichen SCW-Nachwuchsschwimmer der nächste Schritt innerhalb der Strukturen des deutschen Leistungssports.


Erzurum wird in diesen Wochen zu einem besonderen Treffpunkt für den Wiesbadener Schwimmsport.


Während Adrian Eichler und Urs Bludau bereits als Vorhut für das bevorstehende Trainingslager des Wiesbadener Elitekaders vor Ort sind, ist mit Jannes Schmidt ein weiterer SCW-Athlet in der osttürkischen Stadt. Für ihn erfolgt die Reise allerdings im Rahmen einer Maßnahme des Deutschen Schwimm-Verbandes.


Seit dem 25. September absolviert Jannes dort ein Höhentrainingslager mit dem DSV-Perspektivteam.


Der Lohn für eine starke Saison


Die Teilnahme ist das Ergebnis einer bemerkenswerten sportlichen Entwicklung.


Bei den Deutschen Meisterschaften im April in Berlin zeigte Jannes über 400 Meter Lagen eines seiner bislang stärksten Rennen. In 4:26,69 Minuten erreichte er in der offenen deutschen Konkurrenz den dritten Platz und zugleich die für seine weitere Kaderentwicklung wichtige Leistung.


Damit hatte sich der damals erst 16-Jährige nicht mehr nur mit seinem eigenen Jahrgang gemessen, sondern erstmals auch auf dem Podium einer Deutschen Meisterschaft in der offenen Klasse gestanden.


Wenige Wochen später bestätigte er seine Entwicklung bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften.


Dort wurde Jannes Deutscher Jahrgangsmeister über 400 Meter Lagen. Hinzu kamen weitere Podiumsplatzierungen über 200 Meter Rücken, 200 Meter Lagen und 200 Meter Brust.


Aus einem erfolgreichen Nachwuchsschwimmer ist damit zunehmend ein Athlet geworden, der sich auch an der nationalen Spitze der offenen Klasse orientieren kann.


Was der Perspektivkader bedeutet


Der Perspektivkader gehört zum Bundeskadersystem des Deutschen Schwimm-Verbandes.


Der DSV nutzt seine Kaderstruktur, um Athletinnen und Athleten gezielt auf die nächsten Schritte im Hochleistungssport vorzubereiten. Dazu gehören neben dem täglichen Training an den Heimat- und Stützpunkten auch zentrale Lehrgänge, Diagnostikmaßnahmen, Trainingslager und ausgewählte Wettkämpfe.


Für die Saison 2026/27 hat der Verband die entsprechenden Kaderkriterien bereits im Frühjahr veröffentlicht. Der offizielle Berufungszeitpunkt für die neuen Bundeskader ist der 1. November.


Für Jannes bedeutet die Teilnahme an der Maßnahme in Erzurum deshalb vor allem eines: Seine sportliche Entwicklung wird inzwischen auch auf Bundesebene begleitet.


Training auf rund 2.000 Metern Höhe


Die Bedingungen dafür unterscheiden sich deutlich vom Trainingsalltag in Wiesbaden.


Erzurum liegt in Ostanatolien auf knapp 1.900 Metern über dem Meeresspiegel, die umliegenden Palandöken-Berge steigen noch deutlich höher auf.


Training in dieser Höhe stellt den Körper vor besondere Anforderungen. Mit zunehmender Höhe sinkt der Sauerstoffpartialdruck. Dadurch steht dem Körper bei jedem Atemzug weniger Sauerstoff zur Verfügung als auf Meereshöhe.

Bei längerem Aufenthalt reagiert der Organismus darauf mit verschiedenen Anpassungsprozessen. Dazu gehört unter anderem eine verstärkte Bildung von Erythropoetin, kurz EPO, wodurch wiederum die Bildung roter Blutkörperchen angeregt werden kann.


Genau deshalb gehört Höhentraining seit vielen Jahren zu den Instrumenten des internationalen Ausdauersports.

Der Effekt entsteht allerdings nicht einfach dadurch, einige Trainingseinheiten „in dünner Luft“ zu absolvieren. Entscheidend sind Aufenthaltsdauer, Trainingssteuerung, Regeneration und die individuelle Reaktion des jeweiligen Athleten.


Für Schwimmer bedeutet das außerdem, dass die Belastung sorgfältig gesteuert werden muss. Umfangreiches Wassertraining, Athletik und ausreichende Erholung müssen unter den veränderten Bedingungen miteinander in Einklang gebracht werden.


Zwei Wege führen den SCW nach Erzurum


Aus Wiesbadener Sicht ergibt sich in diesem Herbst eine interessante Konstellation.


Jannes trainiert bereits mit dem DSV-Perspektivteam in Erzurum.


Gleichzeitig bereitet sich auch der SCW darauf vor, seinen Elitekader dort ins Höhentrainingslager zu schicken. Adrian Eichler und Urs Bludau sind bereits seit dem 25. September vor Ort und haben mit ihrer Akklimatisation und dem Training begonnen. Am 1. Oktober folgt der Rest der Wiesbadener Gruppe.


Damit befinden sich zeitweise gleich mehrere Athleten aus dem Wiesbadener Leistungssport in Erzurum – allerdings in unterschiedlichen Maßnahmen und mit unterschiedlichen Trainingsgruppen.


Für den SCW zeigt das zugleich, auf welchem Niveau inzwischen mehrere seiner Athleten unterwegs sind: Ein Teil absolviert die Saisonvorbereitung im vereinseigenen Höhentrainingslager, während Jannes parallel bereits in eine zentrale Maßnahme des Deutschen Schwimm-Verbandes eingebunden ist.


Der nächste Schritt für Jannes


Für Jannes geht es in Erzurum nicht darum, unmittelbar Wettkampfzeiten zu produzieren.


Das Trainingslager gehört zur Vorbereitung auf die kommenden Aufgaben und damit zu einem längerfristigen Entwicklungsprozess. Nach einer Saison mit dem Podium bei den Deutschen Meisterschaften, dem deutschen Jahrgangsmeistertitel und weiteren nationalen Medaillen beginnt nun der nächste Abschnitt.


Der Weg führt dabei immer stärker über die Strukturen des deutschen Leistungssports.


Und trotzdem bleibt die Basis zu Hause: das tägliche Training in Wiesbaden, die Arbeit mit den Trainern und die Entwicklung am hessischen Stützpunkt.


Wir wünschen Jannes intensive und erfolgreiche Trainingstage in Erzurum und viele wertvolle Erfahrungen mit dem DSV-Team! ❤️


Wer das Trainingslager auch aus Jannes' Perspektive verfolgen möchte, findet weitere Eindrücke auf Instagram und TikTok unter @schmettboy.

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