Mit einer der größten Mannschaften des gesamten Teilnehmerfeldes ist der Schwimm-Club Wiesbaden am Samstag in den Cross-the-River-Cup im Hallenbad Kleinfeldchen gestartet

Der Wettkampf wird vom SSV Bingen ausgerichtet, findet aber bereits seit Jahren in Wiesbaden statt.
Der Hintergrund ist einfach: In Bingen steht dem Verein auf der rheinland-pfälzischen Rheinseite kein geeignetes Hallenbad für einen Wettkampf dieser Größenordnung zur Verfügung. Deshalb „überquert“ der SSV Bingen für sein Internationales Schwimmfest regelmäßig den Rhein nach Wiesbaden. Daher auch der Name Cross-the-River-Cup.
Im Kleinfeldchen kommen an diesem Wochenende zahlreiche Vereine aus Hessen, Rheinland-Pfalz und weiteren Landesverbänden zusammen. Für den SCW ist es zugleich ein Heimspiel mit großer sportlicher Bandbreite: von den jüngsten Jahrgängen bis zu den Aktiven des Top Teams.
Der SCW ist mit 123 Aktiven, davon 57 weiblich und 66 männlich, die mit Abstand größte Mannschaft des gesamten Wettkampfes. Für das komplette Wochenende wurden 660 Einzel- und 12 Staffelstarts gemeldet. Allein am Samstag standen für den SCW 359 Einzelstarts und sechs Staffeln auf dem Programm.
Viele Erfolge schon bei den Jüngsten
Besonders erfreulich war am ersten Wettkampftag die Breite im Nachwuchs. Bereits im Jahrgang 2017 gingen erste Siege an den SCW. Emma Wurthmann gewann die 100 Meter Freistil in 1:39,48 und später auch die 100 Meter Rücken in 1:53,72. Bei den Jungen setzte sich Liean Soleimany über 100 Meter Rücken in 1:48,07 durch. Max Nersesjan gewann im Jahrgang 2016 dieselbe Strecke in 1:32,82.
Auch Elise Mathilda Fertig überzeugte im Jahrgang 2015. Sie gewann die 100 Meter Freistil in 1:16,22 und am Nachmittag die 100 Meter Rücken in 1:26,12.
Laura Yiyi Tan schwimmt bis in die offene Spitze
Eine der auffälligsten Nachwuchsleistungen des Tages zeigte Laura Yiyi Tan, Jahrgang 2013. Über 100 Meter Freistil gewann sie ihren Jahrgang in starken 1:03,24 Minuten. Noch bemerkenswerter war ihr Auftritt über 100 Meter Rücken: Mit 1:10,94 Minuten gewann sie auch dort die Jahrgangswertung und qualifizierte sich als Sechste der gesamten Vorläufe für das offene Finale.
Damit mischte eine 13-Jährige bereits zwischen deutlich älteren Schwimmerinnen um die offenen Finalplätze mit.
Große Dichte bei den 2010er Jungen
Ein starkes Bild gab der SCW auch über 200 Meter Rücken im Jahrgang 2010 ab. Malte Minner gewann in 2:12,39 Minuten. Dahinter folgten gleich mehrere Wiesbadener: Jannes Mika Kämper wurde Dritter, Florian Funke Vierter, Emil Ziener Fünfter und Erik Tolksdorf Sechster. Der SCW stellte damit fünf der ersten sechs Schwimmer dieses Jahrgangs.
Auch über 100 Meter Rücken war die Gruppe geschlossen vorne vertreten. Malte Minner wurde in 1:03,39 Zweiter, unmittelbar dahinter folgte Tom Scott Mühlbauer in 1:03,56. Erik Tolksdorf, Emil Ziener, Florian Funke und Jonas Kipp komplettierten die starke Wiesbadener Präsenz.
Im Jahrgang 2009 gewann Julian Santino Bleek sowohl die 200 Meter Rücken in 2:08,29 als auch die 100 Meter Rücken in 1:01,34.
Ein Hundertstel fehlt Yvonne Prehn zum Sieg
In den offenen Entscheidungen zeigte sich dann auch die Spitze des SCW.
Über 100 Meter Freistil entwickelte sich bei den Frauen ein äußerst enges Finale. Yvonne Prehn schlug nach 57,49 Sekunden an und musste sich Sophie Bastian von der SG EWR Rheinhessen-Mainz lediglich um eine Hundertstelsekunde geschlagen geben. Lilia-Marie Bensalah belegte in 1:01,94 Rang sechs.
Bei den Männern gelang Adrian Eichler ebenfalls der zweite Platz im offenen 100-Meter-Freistil-Finale. Seine Zeit von 51,63 Sekunden lag nur 14 Hundertstel hinter Sieger Alexander Bauch vom SC Aqua Köln. Urs-Laurin Bludau belegte Rang sechs.
Lara-Maria Bensalah erreicht das Brust-Knockout-Finale
Auch die jüngere SCW-Generation setzte in den offenen Entscheidungen Akzente. Lara-Maria Bensalah, Jahrgang 2012, qualifizierte sich über 50 Meter Brust für die Knockout-Runden und schwamm bis in das Duell der letzten beiden Teilnehmerinnen.
Nach 35,23 Sekunden in der ersten Runde und 35,44 Sekunden im Viererfinale steigerte sie sich im abschließenden Zweierfinale auf 34,54 Sekunden und wurde Zweite hinter Sophie Bastian.
Für eine Schwimmerin des Jahrgangs 2012 ist der zweite Platz in einer offenen Knockout-Entscheidung ein starkes Ergebnis.
Yvonne Prehn gewinnt das Schmetterlings-Knockout
Am Nachmittag folgte dann ein offener Sieg für den SCW.
Über 50 Meter Schmetterling qualifizierten sich mit Yvonne Prehn, Lilia-Marie Bensalah und Marlene Tecklenburg gleich drei Wiesbadenerinnen für die erste Knockout-Runde. Yvonne erreichte anschließend das direkte Finale gegen Sophie Bastian.
Dort entschied sie das Duell in 29,50 Sekunden mit vier Hundertsteln Vorsprung für sich und gewann damit die offene 50-Meter-Schmetterlingsentscheidung.
Auch bei den Männern war der SCW stark vertreten. Urs-Laurin Bludau, Alexander Eichler und Adrian Eichler erreichten die Knockout-Runde. Alexander Eichler gewann anschließend das Viererfinale in 26,31 Sekunden und wurde im abschließenden Finale Zweiter. Urs-Laurin Bludau belegte dort Rang drei.
Staffelsiege für den SCW
Besonders deutlich wurde die Mannschaftsstärke in den Staffeln.
Bereits am Vormittag gewann die erste SCW-Mannschaft die 4 × 50 Meter Freistil mixed in 1:44,52 Minuten. Für Wiesbaden schwammen Yvonne Prehn, Lara-Maria Bensalah, Adrian Eichler und Urs-Laurin Bludau.
Am Nachmittag folgten weitere Siege. Die Frauenstaffel mit Yvonne Prehn, Laura Yiyi Tan, Nele Solveij Kämper und Lara-Maria Bensalah gewann die 4 × 50 Meter Freistil in 1:55,31 Minuten. Die zweite SCW-Mannschaft belegte Rang drei.
Bei den Männern gewann die erste SCW-Staffel mit Julian Santino Bleek, Florentin Bensalah, Emil Ziener und Ole Schmitz in 1:41,52 Minuten. Die zweite SCW-Mannschaft mit Tom Scott Mühlbauer, Johann Weiß, Jackson Steele und Niklas Maack erreichte zusätzlich Rang drei.
Vom Nachwuchs bis zum Top Team
Genau diese Mischung prägte den ersten Wettkampftag aus Sicht des SCW. Neben offenen Finalisten und erfahrenen Aktiven standen viele sehr junge Schwimmerinnen und Schwimmer erstmals oder noch am Beginn ihrer Wettkampflaufbahn im Kleinfeldchen auf dem Startblock.
Die Ergebnisse zeigen dabei nicht nur einzelne Spitzenleistungen. Besonders auffällig war die Breite des Teams. In mehreren Jahrgängen belegten SCW-Aktive gleich mehrere vordere Plätze, während gleichzeitig Nachwuchsschwimmer wie Laura Yiyi Tan oder Lara-Maria Bensalah bereits in offenen Entscheidungen auf sich aufmerksam machten.
Auch neben dem Becken war der SCW vertreten. Zahlreiche Kampfrichterinnen und Kampfrichter des Vereins unterstützten die Durchführung des Wettkampfes, unter anderem als Zeitnehmer, Wenderichter, Zielrichter und Schwimmrichter.
Nach einem erfolgreichen ersten Tag geht es am Sonntag im Kleinfeldchen mit dem zweiten Wettkampftag weiter. Für die große SCW-Mannschaft stehen dabei zahlreiche weitere Starts und Entscheidungen auf dem Programm.
Bilder: Anette Schultetus




























