Wiesbadener Schwimmbadgeschichte - Vom ESWE-Bad zur Rheinhöhe
Wasser gehört zu Wiesbaden
Wiesbaden und das Wasser gehören seit fast zwei Jahrtausenden zusammen.
Schon die Römer nutzten die heißen Quellen. Der römische Ort Aquae Mattiacorum verdankte seine Bedeutung wesentlich dem Wasser. Über die Jahrhunderte entwickelte sich daraus eine Bäder- und Kurstadt von internationalem Ruf. Die besondere Beziehung zum Wasser ist bis heute Teil der Wiesbadener Identität. Nicht umsonst trägt unsere Stadt das „Bad“ sogar im Namen.
Aus der Nutzung der Thermalquellen entwickelte sich über die Jahrhunderte eine vielfältige Bäderlandschaft. Und längst geht es dabei um weit mehr als Kur und Erholung.
Wasser bedeutet heute Schwimmenlernen und Schulschwimmen, Freizeit und Bewegung, Gesundheits- und Rehabilitationssport, Vereinssport und Leistungssport. Schwimmen, Wasserball, Tauchen, Flossenschwimmen und Triathlon sind nur einige der Sportarten, die auf Wasserflächen angewiesen sind.
Es ist deshalb vielleicht kein Zufall, dass der Wassersport in einer Stadt mit einer so langen Beziehung zum Wasser bis heute einen besonderen Stellenwert besitzt.
Wasserflächen sind für Wiesbaden nicht einfach Freizeitflächen. Sie gehören zur sportlichen und gesellschaftlichen Infrastruktur der Stadt.
Und genau darum geht es in unserer Wiesbadener Schwimmbadgeschichte.
Von Aquae Mattiacorum zum modernen Schwimmbad
Unsere Serie „Vom ESWE-Bad zur Rheinhöhe: Eine Wiesbadener Schwimmbadgeschichte“ erzählt nur einen Ausschnitt aus dieser langen Geschichte. Aber einen, der den heutigen Schwimmsport in Wiesbaden unmittelbar prägt.
Sie beginnt 1954 mit einem ungewöhnlichen Projekt an der Mainzer Straße: Eine ehemalige Turbinenhalle der Wiesbadener Stadtwerke wurde zum Hallenbad umgebaut.
Für den Wiesbadener Schwimmsport eröffnete das völlig neue Möglichkeiten. Der SC Wiesbaden veranstaltete dort Wettkämpfe, der Deutsche Schwimm-Verband führte Olympia-Ausscheidungen durch und 1956 bereitete sich die deutsche Schwimm-Nationalmannschaft in Wiesbaden auf die Olympischen Spiele in Melbourne vor.
Das spätere ESWE-Bad wurde über Jahrzehnte zu einem der wichtigsten Schwimm- und Trainingsorte der Stadt.
Doch das Gebäude alterte. Anfang der 2000er-Jahre drohte dem Bad schließlich die Schließung.
Bürgerinnen und Bürger sowie die Wiesbadener Schwimmvereine wehrten sich. Mehr als 20.000 Menschen unterstützten die Initiative zum Erhalt des Bades. 2005 traf die Stadtverordnetenversammlung eine für die weitere Geschichte entscheidende Aussage:
Das ESWE-Bad sollte bis zur Realisierung eines neuen Hallenbades weiterbetrieben werden.
Bis dieser Nachfolger tatsächlich entsteht, sollten mehr als zwei Jahrzehnte vergehen.
Ein neues Hallenbad für Wiesbaden: eine lange Geschichte
Der heutige Sportpark Rheinhöhe war keineswegs der erste Versuch, einen Nachfolger für das alte Bad an der Mainzer Straße zu schaffen.
Bereits um die Jahrtausendwende wurde ein neues Hallenbad am Kallebad konkret geplant. Es gab ein Raumprogramm, einen Architektenwettbewerb und einen Kostenrahmen. Realisiert wurde das Projekt dennoch nicht.
Jahre später musste die Frage erneut beantwortet werden.
Wie soll die Wiesbadener Bäderlandschaft langfristig aussehen? Welche Wasserflächen benötigt die Stadt? Wo soll der Nachfolger des alten ESWE-Bades entstehen? Und wie lassen sich gleichzeitig Lösungen für die ebenfalls notwendige neue Eissporthalle finden?
Aus diesen Überlegungen entwickelte sich schließlich die Idee des Sportparks Rheinhöhe.
Bäderkonzept, Standortuntersuchungen, Bürgerbeteiligung und die intensive Einbindung der Nutzer begleiteten den weiteren Weg. Auch die Wiesbadener Schwimm- und Wassersportvereine brachten ihre praktischen Erfahrungen und Anforderungen ein.
Aus elf untersuchten Standorten kristallisierten sich schließlich drei besonders geeignete Möglichkeiten heraus: Rheinhöhe, Kleinfeldchen und Kallebad.
Die Entscheidung fiel auf die Rheinhöhe.
Heute entsteht dort die nächste Generation der Wiesbadener Bäderinfrastruktur.
Die Wiesbadener Schwimmbadgeschichte
Unsere Serie zeichnet diesen Weg Schritt für Schritt nach.
Dabei geht es nicht nur um Gebäude, Becken und Bauplanungen. Es geht um Menschen, die sich für ihre Schwimmbäder eingesetzt haben. Um Vereine, die auf öffentliche Wasserflächen angewiesen sind. Um politische Entscheidungen, Bürgerbeteiligung und unterschiedliche Vorstellungen davon, was ein modernes Schwimmbad leisten soll.
Und mit jedem Teil rückt eine andere Frage stärker in den Mittelpunkt:
Was können wir aus dieser Geschichte für die zukünftige Nutzung unserer Wiesbadener Wasserflächen lernen?